Was ist eine persönliche Krise?

Persönliche Krisen und Tiefpunkte sind Anlass für inneres Wachstum und Veränderung.

Tiefpunkte im Leben sind etwas sehr Persönliches, sie sind eine Folge unserer Handlungen, Entscheidungen und Glaubensgrundsätze. Dabei ist diese Reihenfolge sehr wörtlich zu nehmen, alle drei Bereiche bauen aufeinander auf: Unsere – meist unbewussten – Glaubensgrundsätze (das, was wir über uns, die Welt und unsere wechselseitige Beziehung zur Welt glauben) beeinflussen unsere Entscheidungen und damit unser Handeln.

Unsere Handlungen sind also nur die Spitze des Eisbergs, sie basieren auf unseren Entscheidungen und dem, was wir bewusst oder unbewusst über uns und die Welt glauben.

Handlungen und Handlungsmuster können nur nachhaltig geändert werden, wenn wir bis zu unseren Glaubensgrundsätzen vordringen. Hier müssen die Stellschrauben neu justiert werden! Auf den beiden höheren Ebenen allein ist Erfolg nicht von Dauer. Das kennt jeder, der sich entscheidet nur noch dieses eine kleine Eis zu essen und kurz darauf noch einmal ein weiteres kleines Eis zu essen …
Unsere gedachten Entscheidungen sind immer schwächer als unsere verinnerlichten Glaubenssätze und Bedürfnisse.

Eine Krise ist ein Wegweiser

Geraten wir im Leben in eine Krise, sei es die erste oder eine immer wiederkehrende, dann stehen unser Handeln, Entscheiden und Glauben in Konflikt mit dem, was gut und richtig für uns ist.

In eine Krise stößt unser Handeln und Entscheiden an eine Grenze, an der es einfach nicht mehr funktioniert. Es hilft uns nicht (mehr) befriedigend mit der Situation klarzukommen.
Es kann sein, dass wir Angst vor einem zukünftigen Ereignis haben, eine schwierige Lebenssituation uns über die Maßen fordert oder dass bestimmte Alltagsstrategien nicht mehr wirksam sind.
Beispielsweise kann über einen kurzen oder längeren Zeitraum ein Feierabendbier den Stress im Beruf oder Unmut in der Beziehung beschwichtigen, doch es ist keine Dauerlösung, weil es das Symptom und nicht die eigentliche Ursache behebt.
Eine „Dauerlösung“ steht in Einklang mit unserer inneren Wahrheit und unserem Wohlwollen uns selbst gegenüber. Sie kostet uns keinen Energie, sondern sie schenkt uns Energie, Kraft und Zuversicht.

In einer Krise geht es deshalb immer auch um Persönlichkeitsentwicklung. Wir sind gezwungen, in Kontakt mit der Ursache des Problems zu kommen. Eine Krise möchte uns in letzter Konsequenz dazu bringen, uns neu zu entfalten, neu zu leben, neu zu erkennen. Mit jeder überwundenen Krise erhalten wir eine höhere Lebensqualität durch tiefere Selbsterkenntnis.

Falls du dich gerade in einer persönlichen Krise befindest, trete einen Schritt zurück und betrachte deine Situation neugierig und beobachtend von außen: Was hilft dieser Person dabei, diese Situation, Frage oder Lebenslage zu überwinden, ja neu und gestärkt aus ihr hervorzugehen?